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Entdeckungen in Rübezahls Reich

Aus den Urlaubsnachrichten des Polnischen Fremdenverkehrsamtes in Berlin
Foto (oben links): Polnisches Fremdenverkehrsamt in Berlin

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Das Riesengebirge zieht aktive Urlauber zu allen Jahreszeiten an

Zuerst kamen die geheimnisvollen Wallonen, die nach Edelsteinen suchten, später die „Laboranten“ genannten Kräutersammler. Es folgten romantische Dichter und Maler und Mitglieder der preußischen Königsfamilie. Heute zieht es Jahr für Jahr Zehntausende Touristen ins polnische Riesengebirge mit seinen großen Ferienzentren Karpacz (Krummhübel) und Szklarska Poreba (Schreiberhau). In Rübezahls Reich finden aktive Urlauber das ganze Jahr über ein reiches Betätigungsfeld.

Betuchte Touristen ließen sich im 19. Jahrhundert noch von Sänftenträgern auf den Gipfel der Sniezka (Schneekoppe) bringen. Wer sich heute den mühsamen Aufstieg ersparen möchte, nimmt den Sessellift bis zur Mala Kopa (Kleine Koppe). Von dort dauert der Spaziergang zur 1.602 m hohen Spitze des Bergs noch eine halbe Stunde. Der Kammweg entlang der polnisch-tschechischen Grenze führt westwärts zum Berg Szrenica (Reifträger) bei Szklarska Poreba. Die Strecke gehört zu den beliebtesten der vielen Wanderrouten im Riesengebirge.

Seit Ende 2010 ist in Szklarska Poreba einer der schnellsten und modernsten Sessellifte des Landes in Betrieb. Er transportiert in den Wintermonaten die Ski- und Snowboardfahrer zum größten Skigebiet der Region. An den Hängen des Reifträgers stehen Wintersportlern rund 12 km lange Pisten zur Verfügung. Zwar ist der Reifträger nur 1.362 m hoch, ein besonderes Mikroklima sorgt aber dafür, dass hier ähnliche Bedingungen
herrschen wie in den Alpen auf etwa 2.000 Meter. Und so kann man dort häufig noch im April Ski fahren.

Auch Ski-Langläufer schätzen das Gebiet um Szklarska Poreba. Im Ortsteil Jakuszyce nahe der tschechischen Grenze findet jedes Jahr im März der legendäre Bieg Piastów, der Piastenlauf, statt. An den Rennen über Distanzen von 10 bis 50 km beteiligen sich mehr als 5.000 Sportlerinnen und Sportler. Einige der Loipen werden auch für Schlittenhunde-Rennen genutzt.

Kaum ist der Schnee geschmolzen, bevölkern neben Wanderern auch Mountainbiker die Bergwelt des Riesengebirges. Rund um Szklarska Poreba entstand ein Netz von rund 500 km langen Strecken der unterschiedlichsten Schwierigkeitsgrade. In dem lang gestreckten Ferienort findet jedes Jahr im August mit der Bike-Action ein großes Festival für Radler statt.

Seit Kurzem führt eine Rad- und Wanderroute rund um Szklarska Poreba zu Stätten, die mit dem Leben und Wirken der Wallonen verbunden sind. Diese romanischsprachigen Siedler aus dem Gebiet des heutigen Belgien kamen schon im 12. Jahrhundert ins Sudetenland. Im Riesengebirge suchten sie nach Gold und wertvollen Mineralien wie Amethysten oder Rubinen. Charakteristisch war ihre Kleidung aus einem roten Gewand und einem runden Hut. Nachgesagt werden ihnen magische Fähigkeiten. Schon 1999 entstand in Szklarska Poreba eine Bruderschaft der Wallonen, die die alten Traditionen der Schatzsucher pflegt. Die Alte Wallonenhütte, der Sitz der Bruderschaft, ist eine der Stationen auf der Wallonenroute. In der urigen Hütte können Besucher den Sagen über die geheimnisvollen Edelsteinsucher lauschen oder an wallonischen Zeremonien teilnehmen.

Ähnlich geheimnisumwittert wie die Wallonen sind die Laboranten. Sie waren seit dem 17. Jahrhundert im Riesengebirge unterwegs, sammelten Kräuter und Wurzeln und fertigten daraus Arzneien, sorgsam darauf bedacht, ihre Rezepte zu hüten. Weil das Geschäft florierte und der Bedarf an Kräutern wuchs, legten sie schon bald in Krummhübel die ersten Kräutergärten an.

Für die Wirkungen der Kräuter interessierte sich Anfang des 19. Jahrhunderts auch der Brenner- und Brauergeselle Christian Gottlieb Körner. Er kam in den Besitz eines geheimen Rezeptbuchs und stellte danach einen Kräuterlikör her. Durch „Koerners Echt Stonsdorfer Bitter“ wurde der Name seines Heimatdorfes bald in aller Welt bekannt. Der „Echt Stonsdorfer“ wird längst in Westdeutschland hergestellt, doch im feinen Schlosshotel von Staniszów, wie Stonsdorf heute heißt, wird er selbstverständlich wieder ausgeschenkt.

Wer heute durch das Riesengebirge wandert, kann sich auch auf die Spuren bekannter Dichter und Schriftsteller begeben. Er kann sich wie einst der romantische Maler Caspar David Friedrich an den faszinierenden Felsformationen erfreuen. Oder wie Johann Wolfgang von Goethe auf der Hampelbaude übernachten und am nächsten Morgen den Sonnenaufgang auf der Schneekoppe erleben.

Theodor Fontane war ein häufiger Gast in Krummhübel. Hier schrieb der gelernte Apotheker unter anderem seine Erzählung über den letzten Laboranten von Krummhübel, Ernst August Zölfel. Die Schriftstellerin Else Ury hatte sich ebenfalls in den romantischen Ferienort verliebt und in Krummhübel ein Ferienhaus gekauft. 1939 weilte sie zum letzten Mal dort, vier Jahre später starb die jüdische Autorin in Auschwitz. „Haus Nesthäkchen“ heißt ihr Ferienhaus heute noch in Anspielung an die erfolgreiche Kinderbuchreihe von Else Ury.

Schreiberhau galt Ende des 19. Jahrhunderts als das schlesische Worpswede. Nach den Gebrüdern Gerhart und Carl Hauptmann siedelten sich zahlreiche andere Schriftsteller und Maler in der dortigen Künstlerkolonie an. Das Museum im Haus der Hauptmann-Brüder erinnert an diese Ära. Szklarska Poreba hat seine Anziehungskraft nicht verloren und beherbergt auch heute wieder bekannte Maler und Bildhauer wie Zbigniew Fraczkiewicz, dessen Skulpturen man dort bewundern kann.

Den ehemaligen Literatur-Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann zog es von Schreiberhau in den Nachbarort Agnetendorf, heute Jagniatków. 1901 bezog er dort seine neu gebaute Villa Haus Wiesenstein, in der er bis zu seinem Tod 1945 lebte. Heute befindet sich dort das Gerhart-Hauptmann-Museum mit Erinnerungsstücken an den bedeutenden Dramatiker.

Ganz in der Nähe der Villa beginnt eine neue Nordic-Walking-Strecke, die auf einem fünf Kilometer langen Rundkurs durch den Riesengebirgs-Nationalpark führt. Der 1959 gegründete Nationalpark schützt die wertvollsten Bereiche des Riesengebirges auf polnischer Seite. Gemeinsam mit dem Nationalpark im tschechischen Teil des Riesengebirges steht er seit 1993 auch als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Ziel ist es, die einzigartige Naturlandschaft auch für kommende Generationen zu erhalten.

Informationen:
Das Riesengebirge liegt etwa eine Autostunde von der Grenzstadt Görlitz entfernt. Größte Stadt der Region ist Jelenia Góra (Hirschberg). Die beiden Ferienorte Karpacz und Szklarska Poreba verfügen über rund 15.000 Gästebetten in Ferienhäusern, Pensionen und Hotels. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Unterkünfte in kleineren Orten, darunter auch insgesamt acht komfortable Schlosshotels rund um Jelenia Góra.

Die natürlichen und kulturellen Schätze im polnischen Teil des Riesengebirges sind das Thema einer beeindruckenden Fotoausstellung im
Megastore von Globetrotter-Ausrüstungen in Berlin-Steglitz, Schloßstr. 78-82. Sie ist dort vom 1. bis 26. Februar zu den Öffnungszeiten der Filiale zu besichtigen. Am 26. Februar finden in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Fremdenverkehrsamt verschiedene Aktionen für das Publikum statt.

Fotos: Polnischen Fremdenverkehrsamt (gesamt) / - / Maciej Rawluk / Dariusz Zaród / Dariusz Zaród

Allgemeine Auskünfte über Reisen nach Polen gibt es beim
Polnischen Fremdenverkehrsamt in Berlin

www.polen.travel/de

Herausgeber:
Polnisches Fremdenverkehrsamt
Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel.: 030 / 21 00 92-0,
Fax: 030 / 21 00 92-14, info.de@polen.travel, www.polen.travel/de

Verantwortlich für Presseanfragen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt: Magdalena Korzeniowska, mbk@polen-info.de, Tel.: 030-21 00 92 16

Redaktion der Presseinformationen:
Klaus Klöppel, team red, polen@team-red.net
Tel.: 030 / 61 39 36 15, mobil: 01 79 / 393 26 56

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